Vor einem Monat ging er sang- und klanglos und ohne Vorwarnung kaputt. Seitdem weiß ich wie langsam eine Herdplatte Wasser erhitzt. Aber nun, nach einem Monat, ein wenig herumtelefonieren und shoppengehen, wird der leere Platz neben Kaffeemaschine und Toaster wieder gefüllt. Und gleichzeitig löse ich dieses Bilderrätsel. Ladies and Gentlemen, I proudly present:
Er kommt leider nicht ganz an die Qualitäten seines legendären Vorgängers ran (der Deckel klappt in Schräglage immer wieder zu), aber er fasst genauso viel. Der erste Tee, den ich von ihm erwärmt bekommen habe, schmeckte auf jeden Fall gut.
Samstag, 27. Februar 2010
Dienstag, 23. Februar 2010
Lever duad üs slav...
... ist friesisch und heißt übersetzt "lieber tot als Sklave". Keine Angst, ich wurde nicht in Gefangenschaft genommen (von wem auch) und ich habe auch keine daraus resultierenden Selbstmordgedanken. Dieser Satz ist das "Motto" der Friesen auf der Insel Sylt. Was es damit auf sich hat, erzähle ich jetzt nicht (nur kurz: Dänemark wollte Steuern von Sylt, was die Sylter als Versklavung ansahen, den Rest kann man sich zusammenreimen oder ergooglen), aber ich erzähle, was es hier zu suchen hat: Ich war letztes Wochenende mit Phili und ihren Eltern (von Sonnabendabend bis Montagmorgen) auf Sylt, um das Fest Biikebrennen zu feiern.
Ganz kurz wiederum dazu: Biikebrennen ist ähnlich dem Osterfeuer, und, bezogen auf den terminlichen Faktor, der Karneval des Nordens. Mit dem Biikebrennen wurden früher die Walfänger verabschiedet, die ab dem Tag wieder zum Walfang ausfuhren. Gleichzeitig sollte es die Wintergeister vertreiben. Hierzu wurde (jedenfalls auf Sylt) in der Mitte des Holzhaufens, der meist aus alten Tannenbäumen bestand, ein Holzpfahl senkrecht aufgestellt, auf dem ein Holzfass thronte. Sobald das Holzfass in den brennenden Holzhaufen stürzte, war per Definition der Winter vorbei. Wie gut das klappt, hat man daran erkannt, dass am nächsten Morgen Sylt von Neuschnee bedeckt war. Nachdem das Fass den Abgang gemacht hat, tun die Besucher des Feuers es dem Fass gleich und verkrümeln sich in eines der vielen Lokale und Restaurants, um bei Grünkohl alle guten Vorsätze, die etwas mit Abnehmen zu tun haben, zu vergessen. Das also in Kürze zur Erklärung des Biikebrennens.
Wir hatten auf Sylt im Ort Hörnum, unweit des Weststrandes, eine kleine Ferienwohnung. Das Wetter spielte super mit und schenkte uns für Sonntagnachmittag viel Sonne, blauen Himmel und leichten Wind. Auch der Abend am Feuer gestaltete sich trocken. Nach langem Ausschlafen und einem Strandspaziergang am frühen Nachmittag, folgte am späten Nachmittag das Biikebrennen. Eingeläutet wurde es von einer Aufführung der ortsansässigen Grundschule, in der die Schüler ein paar bekannte norddeutsche Lieder sangen und in einem kleinen Theaterstück den ungebildeten Touristen erzählten, wie es zu oben zitierten Spruch kam und was Grünkohl damit zu tun hat. Im Anschluss ging man, angeführt von der Freiwilligen Feuerwehr (die ist immens wichtig) im Fackelzug zum Holzhaufen, der Biike. Nachdem ein paar Zeilen Friesisch verlesen wurden, wurde der Haufen in Brand gesetzt und man warf seine Fackel auf den Haufen. Es folgte das oben schon angesprochene Umstürzen des Holzfasses und das Grünkohlessen. Alles in allem ein schöner Brauch (bedeutend schöner als Karneval im Süden) mit traditionellen Werten.
Nun bin ich zurück in Heidelberg und vermisse meinen Norden schon wieder. Bilder von dem Wochenende folgen, sobald sie mir zur Verfügung gestellt werden.
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